Liebe Gabi - böse "Mä"!
Rezension von Edgar Schmidt

29. April 2010 VN Heimat Feldkirch

Gabi Fleisch brilliert in Stefan Vögels "Eine- Frau- Kabarett" auf der Kulturbühne. Götzis. "Verliebt, verlobt, verschwunden", so lautet der Titel eines fulminanten Kabarettabends des VoVo im Vereinshaus, dessen Text Stefan Vögel für die heimische Spitzenkabarettistin Gabi Fleisch maßgeschneidert hat. Am Donnerstag war umjubelte Premiere. Die Meinung der vor Vergnügen permanent glucksenden Gabi- Fans war einhellig - die beste Gabi Fleisch, die es je gab! Kein Widerspruch - die in Jahrzehnten gereifte Künstlerin ist heute nicht nur eine Kabarettistin, die weiß, was sie ihrem Publikum mit verbalen Spitzen schuldig ist; Gabi Fleisch zeigt in ihrem neuen Soloprogramm vor allem auch, dass sie zur präzisen Schauspielerin mutiert ist, die sogar auch als Chansonette (George Nussbaumer/Stefan Vögel) bezaubert.

Böse "Mä"…

Die Story ist ebenso einfach wie ergiebig. Dagmar, von Hubert nach mehrjähriger Ehe mit Kindern geschieden, will wieder heiraten. (c) Foto: VOVO
Da findet sie am Hochzeitsmorgen einen Zettel ihres Bräutigams Johnny in der Wohnung mit den lapidaren drei Worten "Ich kann nicht". Die Braut schnaubt zu Recht vor Wut über soviel Gemeinheit ihres bis dato Johnny- Schatz und klettert aus Protest in ihr seit Jugendtagen geliebtes Baumhaus, um vor allem zwei Stunden lang so richtig über die bösen "Mä" herzuziehen (freilich auch mit Spitzen gegen das eigene Geschlecht), und auch mit ein bisschen nostalgischer Wehmut. Wie das grandiose, wortreiche Dialekt- Solo im Baumhaus schließlich endet, sei natürlich nicht verraten, aber - die drei Worte waren nicht die ganze Botschaft Johnnys … VoVo- Star Philippe Roussel inszenierte mit kabarettistischem Scharfblick, die Chansons in Hochdeutsch gelangen Gabi als "Ausgleich" zum Alltagsdialekt der Monologe besonders bravourös. Altmeister Hugo Ender, Reinhard Mathis (Bühnenbild und - bau) und Helmut Gassner (Technik) waren für das rustikale Baumhaus samt Ambiente zuständig. Kerstin Köck (Kostüme) verwandelte Gabi in die Braut und "Baumhausherrin". Ein toller Abend des vielfachen Vergnügens! Der Run auf Karten hat begonnen…

Weitere Aufführungen im Vereinshaus/Kulturbühne bis 27. Mai 2010.
Vorverkauf: VoVo, Tel. 05523 - 54949,
www.vovo.at




NEUE 24. April 2010

Die beliebte Kabarettistin und Schauspielerin weiß ihr Publikum vom ersten Moment an zu packen, bringt es zum Lachen, zum Mitfühlen und gar zum Mitspielen – eine großartige Leistung, nie aufgesetzt, stets authentisch.



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Bilder von der Premiere am 22.4.2010
Bilder von der Premiere





NEUE AM SONNTAG 18. April 2010

Bingo, hier muss Gabi Fleisch (50) wohnen: Im zweiten Stock des Mehrparteienhauses in Götzis hängen zahlreiche gerahmte Fotos, die die Schauspielerin und Kabarettistin auf der Bühne zeigen. Der Eingangsbereich ihrer Wohnung ist ebenfalls mit Fotografien von ihr und anderen Schauspielern geschmückt. Die gemütliche Dachwohnung der Götznerin ist hoch, offen und hell. Sie ist eine kleine, grüne Oase: Überall sind Pflanzen verteilt.

Der Hingucker schlechthin ist aber Gabi Fleisch in ihrem bunten Kleid selbst. Charmant, selbstbewusst und gut gelaunt steht sie dem "Sonntag" Rede und Antwort. Ihre tiefe Stimme klingt ein wenig heiser. "Das ... ... ...

Verliebt, verlobt, glücklich.
Die Kabarettistin Gabi Fleisch über ihr neues Stück, die schönen Seiten des Älterwerdens, und ihr privates Liebesglück.



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VN 4. Sept. 2004
Von Klatsch und Dorftratsch
Gabi Fleischs neues Soloprogramm


Götzis (VN-vf) Man kennt sie von "Doris und Egon in New York", bei "Grüß Gott in Vorarlberg" nahm sie die Vorarlberger genau unter die Lupe und mit ihrem neuen Soloprogramm "I säg jo nüt, aber..." klopft Gabi Fleisch ihren Landsmännern wieder auf die Finger. Es sind alltägliche Begebenheiten, die Gabi Fleisch in ihrem neuen Soloprogramm "I säg jo nüt, aber...", verpackt. Und so unspektakulär der graue Alltag auch oft scheint, so unglaublich sind die kleinen Dinge, die Gabi Fleisch Zündstoff für ihre Ideen geben. "Es sind Menschen wie du und ich, die ich auf der Bühne zu Wort kommen lasse. Hätte mein Programm nicht schon einen Titel, könnte man es auch ,Alltagsgeschichten’ nennen", reißt Gabi Fleisch den Ideennährboden auf. Ihre Hauptfigur, die liebenswürdige Tratschtante Klara Pichler, weiß dabei einiges über ihre Mitmenschen zu erzählen. " Sie ist eine nette, alte Dame, die Zeit zum Reden hat. Sie ist aber nicht böse", gewährt die Kabarettistin einen kleinen Einblick in die Charakterzeichnung ihrer alten Dame. Getratscht und geredet wird überall, es ist also keine spezifische Angewohnheit des Vorarlbergers, die Gabi Fleisch hier aufgreift. Der Vorarlberger, so Fleisch, habe dafür viel zu wenig Zeit, da er mit arbeiten beschäftigt sei. Und eine Ruhepause gönnt sich auch Gabi Fleisch nur selten. "Wenn ich beispielsweise in ein Restaurant gehe, merke ich, wie ich sofort anfange die Leute zu beobachten. Es interessiert mich einfach wie Personen auf Situationen reagieren", drückt Gabi Fleisch die Tür zu ihrer kabarettistischen "Gerüchteküche" einen Spalt breit auf. Nestflucht? Und steht Gabi Fleisch auch nicht zum ersten Mal als Solokünstlerin auf der Bühne, so ist sie sich doch der Herausforderungen bewusst, die ein Soloauftritt mit sich bringt. "Im Ensemble ist immer noch der Schutz der Gruppe da. Andererseits ist es natürlich so, dass der ganze Applaus nur dir gehört, wenn du alleine auf der Bühne stehst", so die Vollblutkabarettistin. Musik und Witz So ganz einsam muss Gabi Fleisch ab dem 17. September nun aber doch nicht auf der Kulturbühne in Götzis ausharren, hat sie sich doch die Sängerin Martina Breznik als Unterstützung auf die Bühne geholt. "Ich möchte das Publikum mit der Musik auch direkt in den Bauch treffen. Als Martina Breznik und ich uns das erste Mal getroffen haben, war für mich sofort klar, dass ich mit ihr mein neues Programm machen möchte", räumt Gabi Fleisch der musikalischen Komponente des Kabarettabends Raum ein. Gelacht wird gerne und natürlich am liebsten über andere. Dass man im Kabarett eigene Marotten als die Fehler anderer verlacht, bemerkt der Zuschauer oft nur beiläufig. "Als Kabarettist hat man eine gewisse Narrenfreiheit. Ich kann Menschen und Dinge überspitzt darstellen, so dass man darüber lachen kann", verrät Gabi Fleisch. Warum lacht man? Weil Schadenfreude etwas Wunderbares sein kann. ....
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VN, 27.9.2001
Fulminantes Solokabarett "i hau ab" von Gabi Fleisch hatte in Götzis Premiere VON DR. EDGAR SCHMIDT

Götzis (Sch) Nun wollte es also auch der zweite weibliche "Grüß Gott in Voradelberg"-Star genau wissen, was bedeutet: Auch Gabi Fleisch präsentiert seit Samstag ihr erstes Solokabarett mit dem Frust-Motto "i hau ab".

Den Text hat die Protagonistin ausschließlich selbst geschrieben, der bewährte Götzner Regisseur Roland Ellensohn sorgte im Hintergrund für einen dramaturgisch geschickten Handlungsfluss. "Solokabarett" ja, doch es wäre unverzeihlich, würde der Rezensent nicht gleich auch die großartige Musikerin und Sängerin Alex Sutter von den "Provinzpropheten" nennen, welche höchst eindrucksvoll mit Gitarre oder Bass und vor allem vokal für Gabi Fleisch immer wieder an einem stimmigen Klangteppich webt.

"i hau ab"

Auf der Götzner Kulturbühne AMBACH präsentierte Gabi Fleisch vor überfülltem Haus also ihr erstes Solokabarett. Der Plot ist rasch erzählt – abhauen, aussteigen will die Hauptfigur Liesl endlich nach 25 monotonen Ehejahren mit Parnter Werner, der sie mit einer jungen Anke betrügt; ausbrechenn will sie aus einem Familienzwinger, der für sie hauptsächlich aus unbedankter Drecksarbeit und lieblosfrechen Kids besteht. Der Versuch des Abhauens (gelingt er?) wird von Gabi Fleisch in vielen Rückblende-Szenen fulminant und in blitzschneller Verwandlungskunst transparent gemacht. Gewiss, etliche Klischees lassen grüßen, doch allemal erschafft Gabi Fleisch haarscharf gezeichnete Figuren, Situationen, Szenen, die trotz der nötigen Überzeichnung neben Humor oft auch Tiefgang oder Lebensweisheit besitzen; erwähnt sei etwa nur das beklemmende Gedicht über Kindesmissbrauch.

Doch alle, die Gabi Fleisch als Garantin für herzhaftes Lachen schätzen, kommen bei ihr natürlich mimisch und verbal seit eh und je auf ihre Rechnung – Gabi als fieses Tratschweib Tante Klara, Gabi als dumm-arrogantes Töchterlein, Gabi als genervte Fensterputzerin, Gabi als strickende Telefonsex-Stöhnerin, Gabi als Frau Dr. Walser mit Bödele-Diktion, als Bodensee-Magazin-Gruß-Tante etc., etc. – und natürlich stets als quirlige Pointenschleuder ... Ein Kabarettgenuss!

"i hau ab" gibt’s auch schon als T-Shirt, CD und Video. Aufführungen in Götzis und ganz Vorarlberg. Vorverkauf in allen Vorarlberger Sparkassen.




NEUE, 27.9.2001
"Ihau ab!": Viel Prominenz bei Kabarett-Premiere in Götzis

Wer hat nicht schon einmal mit dem Gedanken gespielt, alles hinzuschmeißen und einfach abzuhauen? Gabi Fleisch hat diese "seelische Zwickmühle" zum Thema ihres neuen Solokabaretts gemacht und damit einen Volltreffer gelandet (die NEUE berichtete bereits ausführlich). Den Rahmen für die Premiere bildete die Götzner Kulturbühne Ambach, wo die Gäste nicht nur vor sondern auch nach der Aufführung bestens von "mo" und seinem Team bewirtet wurden.

Über die große Zahl an prominenten Gästen freute sich nicht nur Gabi Fleisch, auch "Hausherr" Bürgermeister Werner Huber war sichtlich stolz,

neben Vorarlbergs "First Lady" Ilga Sausgruber auch Landesrat Manfred Rein mit Gattin Angelika, sowie den Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Dornbirn, Dr. Hubert Singer, begrüßen zu können. Extra aus dem Montafon angereist und vom fliegenden Rollenwechsel der Gabi Fleisch begeistert waren die beiden Skistars Anita Wachter und Rainer Salzgeber, welche sich übrigens angeregt mit ihrem "Kollegen", Ex-Skirennläufer Hubert Strolz, unterhielten.

Weiters unters Premierenpublikum mischten sich Fotograf Nikolaus Walter, Kabarettistin Maria Neuschmid (die derzeit mit ihrem Soloprogramm

"Abgeschminkt" Erfolge feiert), Jörg Adlassnig (bekannt aus dem Programm "Doris & Egon") und einige aktive Mitglieder vom "Netz für Kinder", das auch Gabi Fleisch mit Rat und Tat unterstützt.

Freute sich über den Besuch aus dem Montafon: Kabarettistin Gabi Fleisch mit Sportlerin Anita Wachter und Freund Rainer Salzgeber.

Tobias brachte Mama Gabi Fleisch Blumen (links Musikerin Alex Sutter).

Hahn im Korb: Dr. Hubert Singer mit Gattin und Gabi Fleisch.




VN, 29.9.2001 Sind Frauen masochistisch?
Im neuen Solokabarett von Gabi Fleisch stellt sich die Frage öfter als intendiert VON CHRISTA DIETRICH

Götzis (VN) Die eine hat sich "abgeschminkt", um uns mit der ungeschminkten Wahrheit aus dem Leben einer Hausfrau mit ihrem zuweilen unliebsamen Anhängsel zu konfrontieren, die andere will "abhauen", damit ihr eine solche Konfrontation zumindest im eigenen Heim erspart bleibe. Die Rede ist von Maria Neuschmid und Gabi Fleisch.

Beide haben mit der Kabarettformation "Grüß Gott in Voradelberg" quasi Star-Status in der Region und darüber hinaus erreicht, beide haben in kürzester Abfolge den männlichen Ballast abgeworfen, um mit der jeweiligen Single-Auskoppelung die Bühnen zu erobern.

Maria Neuschmids "Abgeschminkt"-Premiere fand im April statt, Gabi Fleisch ist vor wenigen Tagen mit "i hau ab" aufgetaucht. Und bei aller Gefahr, die erstens einmal durch die inhaltliche Nähe der beiden Programme besteht, steht außer Frage, dass der Titel "i hau ab" angesichts Internetauftritt und eigens hergestellter Fanartikel nicht so schnell von der Bildfläche verschwinden soll.

Gut so, die selbstbewusste Präsenz von - aufmüpfigen - Kabarettfrauen ist etwas, was die Szene nötig hat. Gabi Fleisch hat Kraft und Stimme, ist ungemein wandlungsfähig, sicher, weiß Pointen zu setzen und sie hat Humor, der mit jener Ironie durchsetzt ist, die letztlich eine fein dosierte Überhöhung einer Szene aus dem unerquicklichen Alltag, in dem sie grundelt, bewirkt.
Witz

Mit Alex Sutter hat die Kabarettistin freilich auch eine exzellente Musikerin (sowohl am Instrument wie mit Stimme) zur Seite, die vorwiegend mit Blues-Hits für Balance in einem Stück sorgt, in dessen Zentrum die Wut einer Frau steht, die entdeckt, dass ihr Mann "eine Andere hat". Für die Zuschauerin (vielleicht auch für so manchen Zuschauer) stellt sich nämlich die Frage, was unsere Titelheldin denn daran so aufregt, denn letztlich präsentiert uns Gabi Fleisch alias Lisbeth Müller (oder war es Mayer?) ihren imaginären Angetrauten nämlich als ziemlichen Fiesling mit schlechten Manieren und Machogehabe. ("Was ist das Schönste an den Frauen? - Ihre alten Fotos".) Also liebe Gabi oder liebe Lisbeth, sei doch froh, dass sich eine Anke gefunden hat, die ihn bei sich aufnimmt, pack deine Sachen und zieh los.

Logik ist nicht unbedingt eine Zutat im Kabarett, auch nicht in diesem. So sehen wir zu Beginn also die frustrierte Bankdirektorsgattin und bevor wir uns die Frage stellen können, ob Frauen heute wirklich noch so dumm sind, sich über den Beruf des Mannes zu definieren, sehen wir die nicht minder frustrierte Schichtarbeitersgattin, dann die Mutter pubertierender Wohlstandsbrut oder die schrullige Tante und schließlich stöhnt sich Gabi Fleisch noch als Telefonsexnutte einen herunter, um uns zu verdeutlichen, dass es einerlei ist, ob man die toll trainierte Stimme nun zum Kommandieren des Nachwuchses oder für Höhenflüge am anderen Ende der Leitung einsetzt. Chapeau, Letzteres ist enorm witzig.

Klischeefallen

Weniger witzig ist es, wenn man den Einsatz körperlicher Reize geißelt, dabei in eine furchtbare Klischeefalle tappt (Nebenbuhlerin in Dessous) und schließlich selbst entsprechende Vorzüge bühnenwirksam einsetzt. Jedenfalls so, dass das Publikum über das hinausgereckte Hinterteil Kommentare ablieferte, die nie und nimmer darauf schließen lassen, dass man diese Szene eventuell als Persiflage auf das willige Dumm-Weibchen erkannt hat, das uns in den Medien immer noch präsentiert wird. Aber vielleicht war es ja auch keine Persiflage, bemerkte doch ein Herr beim Hinausgehen, dass die Frau auf der Bühne doch ganz sicher nicht abhaut, sondern schön brav und schon reumütig zum Angetrauten zurückkehrt. So wie es sich halt gehört in "Voradelberg".

Nummern wie jenes Gedicht des missbrauchten Kindes, kombiniert mit "what a wonderful world" (was für eine blendende Idee), werden da allerdings verschwindend klein . . . So etwas überhört man aber sowieso gern in "Voradelberg".




Bregenzer Blättle, 14. Juni 2002
" i hau ab" kommt endlich nach Bregenz!

Nicht nur Fußballwitwen und Fußballmuffel können sich freuen. Endlich kommt "i hau ab" nach Bregenz. Über 55 erfolgreiche Aufführungen in ganz Vorarlberg sind der beste Beweis dafür wie gut dieses erste Solokabarett von und mit Gabi Fleisch und der Musik von Alex Sutter bei den Zuschauerinnen und Zuschauern "ankommt".

Von was erzählt "i hau ab"?
Lisbeth, Lisl genannt, eine Frau in den besten Jahren, hat genug! Genug von ihrem Mann - dem Bankdirektor Müller, der seit neuestem eine Geliebte hat, genug von ihren verwöhnten, markenorientierten, pubertierenden Kindern, von der schlechten Welt, und vor allem genug vom Kochen, vom Putzen, Diäten und Immer-perfekt-sein-müssen. Voller Wut und Weltschmerz haut sie ab, will aussteigen und trifft in einem Park auf eine echte Aussteigerin nämlich eine Straßenmusikerin. Dieser erzählt sie die Geschichten ihrer kleinen und großen Nöte. Es sind keine spektakulären Geschichten die da kommen, aber wir kennen sie alle. Sie handeln vom Alt werden, von der Jagd nach dem großen Geld, von Kindern die einen plötzlich nicht mehr brauchen; von Ehepaaren, die sich nichts mehr zu sagen haben, vom Syndrom des ewigen Putzens, von der Eitelkeit einer Gärtnerin... Sunny, die Straßenmusikerin hört zu, sie kennt das alles hat es längst hinter sich und antwortet ihr durch die Musik. Was sich aus dieser Begegnung entwickelt, und ob Lisl wieder zurückkehrt zu Heim und Herd, das soll an dieser Stelle nicht verraten werden.


WANN & WO, 10.3..2002
". . . ich wusste nicht mehr, was ich hier tue"

Gabi Fleisch erzählt über "i hau ab", Pannen und das Gefühl, Kabarett zu machen VON MICHAELA MUNDSPERGER

Nach 25 Vorstellungen mit über 7000 Besuchern im letzten Herbst ist nun das Solo-Erfolgskabarett "i hau ab" von und mit Gabi Fleisch (Musik Alex Sutter) in die neue Saison gestartet. Eine absolut sehenswerte Aufführung, bei der kein Auge trocken bleibt.

Wer kennt nicht das Gefühl, verschwinden zu wollen? "Ich glaube, es ist ein Urbedürfnis jedes Menschen, ab und zu mal abhauen zu wollen", erklärt Gabi Fleisch. "Vielleicht nicht unbedingt vor dem Mann oder der Familie, aber oft auch von sich selber. Insofern glaube ich, dass ich mit meinem Kabarett vielen Menschen aus der Seele spreche."

"Es bedeutet mir alles"

Gabi Fleisch, die auch Mutter eines 4-jährigen Sohnes ist, liebt am Kabarett den Dialog mit dem Publikum. "Das Publikum in der Hand zu haben, manchmal darum kämpfen zu müssen, seine ungeteilte Aufmerksamkeit zu gewinnen - das liebe ich am Kabarett - es bedeutet mir alles. Es ist eine Genugtuung für mich, es fasziniert mich und gibt mir wieder neue Kraft, weiterzumachen. Zudem finde ich es toll, in verschiedene Rollen zu ,schlüpfen`."

Doch ein wenig Angst war am Anfang schon dabei: "Da mich die Leute ja nur aus Ensembles kennen hatte ich schon Bedenken und Zweifel, wie sie mich einzeln annehmen. Zudem sind in ,i hau ab` auch Szenen mit Tiefgang enthalten, die schwer abzuschätzen waren, wie sie angenommen werden", so Fleisch weiter.

"Es war für mich die Hölle"

"Aber inzwischen ist es ein Erfolg und ich bin im Mut bestärkt. Die Leute schreiben mir Mails oder reden mich auf der Straße an, um mir zu sagen, dass sie die Aufführung super fanden - das ist schon toll."

Doch es gab auch schon Pannen: "Tja, bei der dritten Aufführung stand ich plötzlich auf der Bühne und wusste nicht mehr, was ich hier tue. Selbst als Alex mir ein paar Sätze zu Hilfe gab, stand ich immer noch an. Doch plötzlich war ich dann wieder ,drin` und voll im Element. Aber das war wirklich schrecklich, für mich war es die Hölle."

Nach dem Motto "i hau ab" hat Gabi Fleisch in ihrem Kabarett die Koffer gepackt. Alex Sutter (hi.) sorgt für die Musik.


VN, 25.2.2002
Gabi Fleisch zu Gast in der VN-Redaktion Ohne die "VN" ... geht in Vorarlberg gar nichts, findet Kabarettistin Gabi Fleisch. Trotzdem hat sie bei der "externen Blattkritik" einige Verbesserungsvorschläge geäussert: Vor allem stört sie, daß die "VN" eher wie eine Illustrierte und nicht wie eine Tageszeitung aussehen. Wünschen würde sie sich eine tägliche Kulturbeilage und eine illustrierte Wochenendbeilage. Generell hätte sie gern "mehr positive Schlagzeilen".


NEUE, 30.9.2001
Sonntagsinterview: Die Götznerin Gabi Fleisch ist mit ihrem ersten Solokabarett im Land unterwegs und zeigt dabei, was sie drauf hat "Ich will in meinem Leben einfach nur glücklich sein" Was tun, wenn das Leben an einem vorübergeht? Was passiert, wenn einem sein Leben erdrückt? Man macht es wie Gabi Fleisch und "haut ab". VON CHANTAL DORN.

NEUE: In Ihrem ersten Stück "Ihau ab" geht es um eine Frau, die drei Tage vor der silbernen Hochzeit plötzlich denkt, ihr Mann hätte eine Freundin. Was das Fass natürlich zum Überlaufen bringt und sie schlussendlich zum Anlass nimmt, die Koffer zu packen und abzuhauen. Was war die Vorlage für dieses Stück?

Gabi Fleisch: Die Idee dazu war bereits letzes Jahr im September geboren, als ich selbst in einem unglaublichen Tief steckte. Nicht etwa, dass mein Lebensgefährte eine Freundin gehabt hätte oder so. Aber ich komme mit dieser Welt absolut nicht klar.

Warum?

Weil sie so brutal ist. Sie ist total oberflächlich, ausländerfeindlich, leistungsorientiert und wer nicht mit den Attributen "jung, schlank und schön" ausgestattet ist, kann nicht mehr mithalten. Und mal ganz ehrlich, ich glaube, dass es doch ein Urbedürfnis eines jeden Menschen ist, einmal abzuhauen.

Sie haben schon mit 14 Jahren Theater gespielt, allerdings in der Jungschar. Dann kam der Götzner Spielkreis, die Wühlmäuse und Grüß Gott in Voradelberg, um nur einige zu nennen. Waren Sie immer ein extrovertierter Mensch?

Von mir gibt es ein liebes Kindergartenfoto. Da sitzen alle Kinder in Faschingskostümen in einer Gruppe und ich ganz alleine ungefähr eineinhalb Meter in der Mitte davor. (Lacht) Offensichtlich bin ich schon immer gerne im Mittelpunkt gestanden. Das sag' ich zwar nicht gerne, muss aber so sein. Und als ich mit 14 Jahren in der Jungschar dann bei einem Stück mitgespielt hatte, wusste ich, das möchte ich wieder machen.

Als Kabarettist muss man viele Gesichter haben - es sei denn, man macht Politisches. Wie schaffen Sie den Spagat zwischen schön und hässlich?

Das kann ich am besten anhand eines Beispiels aus der Ära beim Götzner Spielkreis erklären. Dort hatte ich anfangs immer nur ganz kleine Rollen. Eines Tages wäre für das Stück "Die Honigbienen" noch die Rolle der Hexe zu vergeben gewesen. Aber niemand hatte sich gemeldet, weil alle Frauen natürlich nur schön sein wollten. Und da habe ich allen Mut zusammengefasst und gesagt, ja, ich möchte sie spielen. Sie müssen wissen, ich war sehr schüchtern und dann so eine Rolle zu spielen, hatten mir die anderen auch nicht zugetraut.

Und wie war der Auftritt?

Ich hatte ja nur immer ein oder zwei Sätze. Aber anscheinend hatte ich die Hexe so überzeugend gespielt, dass in der Kritik drei Viertel über die Hexe gestanden ist und im Rest über alle anderen. Das war auch mein Durchbruch. Von da an bekam ich immer größere Rollen. Es folgte das Theater am Saumarkt, TaK in Schaan, Opernbühne Dornbirn und dann kamen die Wühlmäuse, wo ich mit dem Kabarett in Berührung kam.

Da haben Sie sich sozusagen Ihre Sporen verdient.

Ja, das kann man so sagen. Glauben Sie mir, ich bin oft von den Proben heulend heimgefahren und habe gedacht, mein Gott, das schaff' ich nie. Aber ich habe es dann geschafft. Und darüber bin ich heute sehr froh.

Der wahre Durchbruch in der Kabarett-Szene kam allerdings mit "Grüß Gott in Voradelberg" und "Doris und Egon", wo Sie die g'standene Vorarlberger Haus- und Ehefrau spielen. Das heißt, Mantelschurz, Lockenwickler, Schrubber und ein Mundwerk für Zehn. Warum immer dieses Klischee?

Das ist eine ganz gute Frage und ich bin wirklich dankbar, dass ich einmal etwas dazu sagen darf. Ich bin in dieses Muster regelrecht hinein geraten. Weil ich auch immer wieder solche Rollen als Putz- oder Hausfrau bekommen habe. Dabei liegt mir das nicht wirklich. Ich bin ein sehr sensibler Mensch und möchte schon ganz lange zeigen, dass ich weit mehr kann als nur eine Putzfrau spielen.

War das in dem Fall auch der Grund, warum Sie Ihr erstes Solokabarett gemacht haben?

Ja. Es war mir wirklich ein Anliegen meinen Fans zu zeigen, dass Gabi Fleisch mehr ist als nur eine Klischee-Rolle.

Mit der Klischeehaftigkeit, Ehefrau zieht Bilanz, hängt Ihren Lebensträumen nach und ist frustriert, lehnt das Stück sehr an "Abgeschminkt" von Ihrer Kollegin Maria Neuschmid an. Ist das der Erfolgsstoff, aus dem die Vorarlberger (Kabarett-)Träume sind?

(Etwas stutzig)s Also in erster Linie verstehe ich mich mit Maria hervorragend. Aber ihr Stück ist ganz anders aufgearbeitet. Von daher kann man das nicht vergleichen. Mein Programm hat sehr viel Tiefgang. Außerdem sind es nicht immer nur Hausfrauenthemen die in dem Stück vorkommen. Es geht beispielsweise auch um Euthanasie, Kindesmissbrauch. Auch zum Thema Ausländerfeindlichkeit hatte ich ursprünglich eine gute Nummer geschrieben, die ich allerdings wegen der Länge nicht mehr mit ins Programm aufnehmen konnte.

Das heißt, die Anlehnung ist Zufall.

Ja. Ich habe zwar Marias Programm gesehen, aber da hatte ich mein Stück schon längst geschrieben.

Gibt es zwischen Euch sowas wie Kollegenneid?

Nein. Maria hat auch die Premiere besucht und mir einen wunderschönen Blumenstrauß überreicht. Aber vor lauter Trubel habe ich sie nicht einmal gefragt, wie ihr das Stück gefallen hat. Trotzdem denke ich, dass es ihr gut gefallen hat.

Wenn man die neue Kabarett-Szene beleuchtet, könnte man meinen, dass den Leuten die Ideen ausgehen. Drittklassige Gruppen mit drittklassigen Witzen schießen wie Pilze aus dem Boden und erheben immer wieder den Anspruch, sich als Kabarettisten zu bezeichnen, weil sie glauben, mit dem Erfolgsrezept "Vorarlberger Kleinkariertheit" den Lachmuskel der Zuschauer treffen zu müssen.

Kabarett zu schreiben ist nicht so einfach wie es ausschaut. Es braucht eine gute Hand um es so zu schreiben, dass es die Sache auf den Punkt bringt und die Pointe dort eingesetzt wird, wo sie hingehört. Schade finde ich, dass es die Gruppe "Sandsieber" oder auch "Die Spechte" nicht mehr gibt. Politisches Kabarett vermisse ich generell in Vorarlberg.

Ist das einer Ihrer Wünsche für die Zukunft?

Auf dem kabarettistischen Sektor ganz bestimmt.

Und privat?

Ich will in meinem Leben einfach nur glücklich sein.




STECKBRIEF

Geburtsdatum: 29. Juni 1959
Geburtsort: Götzis
Wohnort: Götzis
Familienstand: Lebensgemeinschaft
Kinder: 1 Sohn
Ausgeübter Beruf: Kabarettistin
Beschäftigt bei: Selbstständig
Lieblingsmusik: Klassik
Bevorzugte Lektüre: Stefan Zweig
Lieblingsessen: Italienisch
Lieblingsgetränk: Guter Wein
Bevorzugter Urlaubsort: Urlaub auf dem Bauenhof
Lebensmotto: Man muss in seinem Garten einen verbotenen Baum haben. Man muss in seinem Leben etwas haben, das man begehrt. Das ist das Geheimnis von Glück.


VN, 26.9.2001
"i hau ab – Neues Solokabarett von Gabi Fleisch VON EVA JAKOB
Es ist noch gar nicht so lange her, dass Gabi Fleisch sagte: "Ich würde so gerne mal eine ernste Rolle spielen, die Shakespeare-Ophelia oder so, oder was von Schiller."

Nun – das ist ihr bislang noch nicht gelungen. Bisher hat sich Vorarlbergs Kabarett-Szene zielstrebig auf ihr unnachahmliches Talent gestürzt. Und in diesem Sinne ist vielleicht der Titel ihres eigenen neues Programms zu verstehen: "i hau ab". Das könnte bedeuten, dass sie raus will aus dem Klischee. Dem Stück entnimmt man, dass sie jetzt noch weitergekommen ist als zum "Ernsten"; nämlich zum Tragisch-Komischen oder zur komischen Tragik. Denn wirklich abhauen wird sie nicht.

Frau Fleisch, Sie wollen doch nicht wirklich abhauen?

(Lacht) Nein ... wohin auch. Ich glaube aber, dass es im Leben immer wieder Situationen gibt, im Leben eines jeden Menschen – meine ich – wo man einfach alles satt hat ... wo man glaubt, dem Druck nicht mehr gewachsen zu sein. Man spürt "Weltschmerz", Ohnmacht – einfach nichts ändern zu können. Hinzu kommt der graue Alltag – in solcher Stimmung war ich anfangs beim Schreiben.

Dass Sie Ihre Texte selbst schreiben, weiß man. Schreiben Sie ganz allein?

Ja, allein. Sie entstehen, wenn ich jogge. Dann ziehen ganze Tagesabläufe an mir vorbei, wie im Film. Abhauen – vor den pubertierenden Kindern, und nach langen "Ehejahren" ist ja auch nicht mehr alles so rosig wie zu Anfang. Hinzu kommt, dass man manchmal vor sich selber davonlaufen will.

Und im Stück wird alles durchgespielt? Der Wunsch davonzulaufen – und dann die Realität?

So ungefähr. Das Stück handelt von einer Frau, die drei Tage vor der Silberhochzeit entdeckt, dass ihr Mann eine Freundin hat. Wutentbrannt verlässt sie ihn. Verlässt Haus und Hof gewissermaßen. Sie findet sich in einem Park wieder, wo sie auf eine Strassenmusikerin stößt. Das ist in meinem Falle Alex Sutter. Ihr erzählt die Frau nun ihre Geschichte. Die Geschichten ihrer kleinen und großen Nöte. Es entwickelt sich eine ganz eigene Stimmung zwischen den beiden Frauen, denn sie sind ganz unterschiedlich.

In welcher Beziehung?

Die Straßenmusikerin ist eine echte Aussteigerin. Ja ... die Musikerin spricht fast nichts. Man könnte auch sagen, dass sie das alles schon hinter sich hat und die Dinge mit Gelassenheit betrachtet. Die Dinge sind ihr vertraut. Nicht ganz – aber bedingt.

Ich erinnere mich noch genau – und sehr gerne – an ein Kabarett von Ihnen und Maria Neuschmidt. Sie waren damals zwei Frauen – also zwei völlig gegensätzliche Typen. Sie waren die Elegante, Charmante – und Maria das totale Gegenteil.

(Lacht) Das war der "Strip" aus "Vorarlberg II". Damals ging es um die frisch Verliebte und um die Frau nach 20 Ehejahren.

Nebenbei: Sind Sie verheiratet?

Nicht auf dem Papier. Aber doch in der Realität.

Doch zurück zu Ihrem Stück, dem jetzigen ...

Es hat einen Erzählcharakter. In meiner Erzählung wird alles durchgespielt. Alles Situationen.

Wenn ein junges Mädchen sieht – was so alles passieren kann, oder passiert – mag es vielleicht gar nicht mehr heiraten?

(Lacht) Sie wissen ja nicht, wie es ausgeht.

Und das dürfen Sie ja auch nicht erzählen, sonst ist die Spannung weg.

Es ist ja auch nicht meine Geschichte, ist nicht autobiographisch, möchte ich sagen. Mein Stück handelt vielmehr von den Geschichten vieler Frauen. Denn es soll ja nicht – wie soll ich sagen ... es soll ja kein Einzelschicksal sein. Mir geht es um die Vielfalt der Einzelschicksale. Dass es meist nicht so rosig aussieht, wie es nach außen hin scheint. (Nachdenklich): Deshalb bin ich selbst ja auch nicht verheiratet, ich hätte nicht den Mut dazu. Aber irgendwie wollte ich zeigen, dass ich nicht so ein "lustiger" Mensch bin, wie viele glauben ... die meisten. Das kommt von meinen Rollen wie in "Grüß Gott in Voradelberg".

Also ich finde doch, dass man merkt, dass Sie mehr sind – als "lustig".

Meinen Sie? Schön. Vielleicht bin ich ein trauriger Clown. Und ich möchte mich jetzt von einer ganz anderen Seite zeigen. Einmal mit Passagen, die wirklich komisch sind – so hoffe ich zumindest – und wo man herzhaft lachen kann – es kommen aber auch Nummern, wo einem das Lachen im Halse stecken bleibt.

Wie weit geht die Konstruktion? Ich meine der intellektuelle Einsatz?

Ich habe das "aus dem Bauch heraus" geschrieben und ich hoffe – ich wünsche mir, dass die Leute das auch so verstehen.

Nun müssen Sie wohl doch noch erzählen, wie alles angefangen hat, mit dem Theater.

Also, ich habe eine solide Berufsausbildung. Bin Kauffrau, wie man heute sagt, im Bankfach. Das mit dem Theater hat mit dem Spielkreis Götzis begonnen. Im Theater am Saumarkt habe ich gespielt, bei den "Wühlmäusen", im TaK in Schaan, bei der Operettenbühne Dornbirn und dann bei "Grüß Gott in Voradelberg".

Zur Person:

Geboren: 1959 in Götzis

Ausbildung: kaufmännische Lehre (abgeschlossen)

Familie: Lebensgemeinschaft, ein Sohn

Lektüre: derzeit Stefan Zweig – liest alles, was ihr "in die Finger kommt"

Musik: Beethoven und Chopin

Hobby: Theaterspielen – ist zum Beruf geworden.




NEUE, 25.9.2001
Gabi Fleisch "haut ab"- und das Publikum johlte Vergangenen Freitag startete Kabarettistin Gabi Fleisch auf der Kulturbühne AMBACH in Götzis mit "i hau ab" ihr neues Soloprogramm. Musikalisch begleitet wurde sie dabei von Alex Sutter an der Gitarre und am Kontrabass. VON PETRA HECHT

Fleisch begeisterte in ihrer Rolle als vermeintlich betrogene Gattin eines Bankdirektors das Premierenpublikum restlos. - Insgeheim hat wahrscheinlich jede/r schon einmal daran gedacht, ganz einfach abzuhauen. Die Idee zum Stück kam Fleisch aus der Überzeugung heraus, dieser Wunsch sei ein Urbedürfnis des Menschen. Gründe dafür gäbe es schließlich genug. Immer schwieriger sei es dem Leistungsdruck, dem Perfektionismus und den Beziehungskonflikten, um nur einige davon zu nennen, standzuhalten.

"Auf den Punkt"

Dieses Gefühl, alles hinter sich lassen zu wollen, versuchte sie ins Kabarett zu verpacken. Ein Stilmittel, das sie besonders schätzt, um "überspitzen, überdrehen und knallhart auf den Punkt kommen" zu können und dabei auch noch die Möglichkeit zu haben, in unterschiedliche Rollen zu schlüpfen. Dass ihr das auch liegt, stellte sie in ihrem zweistündigen Solo in mehrerer Hinsicht unter Beweis.

Mühelos gestaltete sie den Wechsel von einer Person zur nächsten, von der enttäuschten Ehefrau zur rabiaten Teilnehmerin am Blumenschmuckwettbewerb, vom kaugummikauenden Teenie zur Greisin Tante Klara. Sie mimte mit rau-erotischer Stimme die Heimarbeiterin für Telefonsex oder mit leierndem Singsang die Kirchengängerin beim Rosenkranzgebet.

Ein Park bildete die Kulisse des Geschehens, die mit einer Parkbank plus Papierkorb und einer Litfasssäule ihr Auslangen fand. Dort traf Ehefrau Lisbeth auf eine Straßenmusikantin, also eine, die auf Grund ihrer Tätigkeit vermuten ließ, dass sie den "Ausstieg" bereits geschafft hatte. Alex Sutter als Musikerin, stellte so die einzige Dialogpartnerin Lisbeths dar, deren Antworten größtenteils auf musikalische Art und Weise erfolgten. Für Sutter als Jazzmusikerin war der Auftritt im Kabarett ein völliges Novum: "Das hier ist ganz was anderes! Es geht streng zu und alles ist genau getimt. Ganz anders als im Jazzbereich, wo viel mit Improvisation gearbeitet wird."

Falls überhaupt von einem absoluten Szenenhit an diesem Abend die Rede sein konnte, dann war es der von einer fensterputzenden Lisbeth. Auf der Parkbank stehend, dem Publikum Rücken und ausgestreckten Hintern zuwendend, gab sie sich energisch und mit ihrem Putzlumpen weit ausholend ihrer Tätigkeit hin. "Fenschterputza?" Leider nicht ohne Störungen von außen, denn so manche Nachbarin spazierte vorbei, und versuchte mit ihr ins Gespräch zu kommen. Nicht ganz so geschickt jedoch, wie die Reaktionen Lisbeths erkennen ließen. Auf die immer wieder kehrende Frage "Biascht am Fenschterputza?", antwortete sie zunehmend barscher. Der letzte im Bunde der Fragenden aber war niemand anderer als ihr vermeintlich abtrünniger Ehemann. Lisbeths Antwort in diesem Falle zu beschreiben, scheint in Kenntnis der Vorgeschichte überflüssig!

Beide Darstellerinnen trugen in der Verkörperung ihrer unterschiedlichen Rollen zu einem vielschichtigen Stimmungsbild bei und wirkten in jeder Hinsicht glaubwürdig. Aus den Reaktionen des Publikums ging hervor, dass "i hau ab!" mit seiner Message einen Volltreffer landete! Ein Kabarettabend, bissig-scharf und "knallhart auf den Punkt gebracht", genauso wie man es sich wünscht.




VN, März 2000
"Grüß Gott in Voradelberg

Ein Hoch auf die vier Voradelberger/innen!

................Die Rollen sind optimal besetzt, und das, obwohl die Akteure in Minutenschnelle in eine andere optische wie charakterlich-typische Haut schlüpfen müssen. Gabi Fleisch entzückt die Fans etwa als auskunftsfreudiges Kindi – Kind beim Nikolaus, als zum Seitensprung entschlossenes Sexy – Weibchen oder als nuschelnde Alte. Prädikat: Pflichttermin!




Volksblatt/FL, Februar 2000
"Grüß Gott in Voradelberg"

Stefan Vögel, Jörg Adlassnigg, Maria Neuschmid und Gabi Fleisch agieren so großartig, dass es mühelos gelingt sich köstlich zu amüsieren – es ist eben "Unterhaltungskabarett" und das großartig, textlich wie spielerisch.




Vaterland/FL, Februar 2000
"Grüß Gott in Voradelberg

Text und Spiel waren meisterhaft ausbalanciert und erlangten unter der Verwandlungskunst der Schauspieler und ihrem Jonglieren zwischen Dialekt, Jargon und Kauderwelsch ein ganz spezielles Format. Das Publikum hat Tränen gelacht und reichen Beifall gespendet.




Welser Rundschau, Jänner 2000
"Verkaufskabarett

Verkäufer hatten im WIFI Grieskirchen kürzlich gut lachen. "Learning by not doing" hieß es bei einem Verkaufstraining der besonderen Art. Stefan Vögel und Gabi Fleisch durchleuchteten in ihrem Verkaufskabarett die Abgründe der österreichischen Verkäufer – Seele. Die Veranstaltung war restlos ausverkauft – und die Besucher amüsierten sich köstlich!




VN, 1996
"Eingebildeter Kranker" von Moliere

Gabi Fleisch brillierte einmal mehr mit ihrer reichen Bühnenerfahrung als Kabarettistin und Schauspielerin, setzte die lustigen Pointen überaus präzise und war in der Doktorszene einfach "umwerfend".




Der Rheintaler/CH, Mai 1996
....Gabi Fleisch als Dienstmägdchen Toinette überzeugte mit großartiger Schauspielleistung!




NEUE, 1992
"Scheffknecht &Breuss

......Und wieder einmal eine hervorragende Gabi Fleisch, über die man gar nicht mehr viel berichten muß – man kennt das Vollbluttalent von zahlreichen Auftritte in Vorarlberg.




VN, Jänner 1987
"Himmelwärts"

Gabi Fleisch als Luise Steinthaler: Die als Komikerin geschätzte und populäre Schauspielerin hat mit Horváth (endlich) den Schritt ins Charakterfach getan, und das gleich so, dass man sich von ihr in Zukunft noch viel Erfreuliches erwarten kann.

Gabi Fleisch macht die Wandlung von der kleinen Sängerin im gesellschaftlichen Abseits bis hin zur arroganten Operndiva und dann ihren Sturz (mit berührendem Verzweiflungsmonolog) wieder zurück in die Bürgerlichkeit mit vielen mimischen und stimmlichen Nuancen glaubhaft. Die neue Seite eines beachtliches Talents!




VN, November 1986
"Skup" von Goldoni

Eine große Spielerschar steht mit viel Enthusiasmus auf den Brettern. Allen voran Gabi Fleisch als Dienerin Radieschen. Als pfiffiger Wirbelwind beherrscht sie stets die Szene, und gängelt mit spitzmauligen Pointen und schlampiger Bluse die Mannsbilder. Eine brillante Darstellung!




NEUE, 1986
Kabarett "Die Wühlmäuse"

Die am roten Faden mitwirkende Maid mit den rundum runden Schuhen – Gabi Fleisch – hat eienn unverkennbar naiven Augenaufschlag, und seufzt dazu inbrünstig. Was? – Bio?, es wird einem ganz warm ums Herz.die Darsteller überbieten sich selbst im Dienst einer Sache, die nicht Unterhaltung heißt, sondern Ahnung und Erkenntnis!




VN, Mai 1985
"Doppelter Moritz"

Eine besondere Leistung gelingt der von Vitalität und Temperament sprudelnden Gabi Fleisch in ihrer Darstellung der Lili Leiser, einer hüftenschwingenden Pariserin, deren Charme und Sex – Appeal nicht nur den Männerherzen auf der Bühne gefährlich wird.




VN, Oktober 1984
"Barbara fällt vom Himmel – Operette

Die Entdeckung des Abends aber heißt Gabi Fleisch. Hier entfaltet sich ein besonders beachtliches Talent, dessen Begabung – nur nach dem Abend in Dornbirn zu urteilen – auf dem komischen Sektor zu liegen scheint. Mit viel Intelligenz und Hingabe spielt sie die ewig hungrige Naive - ein schmuckes Dirndl, der die Regie Sonderspaß einräumt, der wiederum vom Publikum mit viel Sonderapplaus honoriert wird.